Manche Nächte

Letzte Nacht konnte ich ganz schlecht einschlafen. Ich hatte den ganzen Tag, den Abend sowie die Nacht vorher Magenkrämpfe und mir war so richtig übel. Scheinbar hatte ich was Verkehrtes gegessen. Ausgerechnet gestern hatte ich eine Beratung in Erfurt, die sich in die Länge gezogen hat. Zum Glück ist eine Kollegin gefahren und ich konnte mich auf dem Beifahrersitz in Ruhe auf meine Bauchschmerzen und die Übelkeit konzentrieren.

Mittag traute ich meinem Magen ein Essen zu. Etwas später stellte sich heraus: das war ein Fehler, denn dadurch wurde es noch schlimmer. Irgendwie habe ich den Tag rum gekriegt. Endlich war ich zuhause! Eine Kanne Tee und ein entspannendes Nickerchen im Liegestuhl (da lieg ich am bequemsten mal so schnell zwichendurch) im Bad (da ist es am wärmsten in Haus) sollten mich von meinem Unwohlsein befreien. Es wurde nicht besser. Im Gegenteil. die Krämpfe kamen immer öfter und intensiver und ich malte mir die schlimmsten Krankheitserreger aus, die ich mir im Urlaub eingefangen haben könnte und die sich jetzt bemerkbar machten.

Gegen 23 Uhr beschloss ich, dass ich nun was unternehmen sollte, der Tee reichte offenbar nicht aus. Also entschied ich mich, in die Notaufnahme zu fahren. Ich rief meinen Großen an, der sich sofort als Chauffeur für seine Mutter opfern wollte und nahm dann, so schnell es mein geplagter Körper zuließ, eine Dusche. Ich hatte mich gerade in damit-kann-ich-mich-jedem-knackigen-Arzt-zeigen-Unterwäsche gekleidet und mein Normalo-Outfit drüber gezogen, als ich feststellte, dass ich mindestens schon 20 min lang keinen Krampf mehr im Bauch hatte. Ich setzte mich auf den Hocker im Bad und wartete. Auch die nächsten 10 min kam nichts. Mein Großer fragte mich per WhatsApp, wann er mich abholen soll. Ich antwortete ihm, dass es grad geht und ich mich melden würde. Es zwickte schon noch ein bisschen im Oberbauch, aber lange nicht mehr so wie vorher. Einerseits war ich sehr erleichtert, andererseits traute ich dem Frieden noch nicht.

Ich schlich mich langsam die Treppe hoch Richtung Schlafzimmer. Fenster auf, Decke bis zum Hals und … Tja – und nichts. Ich horchte die ganze Nacht in mich rein, um ja nicht zu verpassen, wann der Schmerz wieder kommt. Ist das nicht komisch? Zwischendurch nickte ich ab und zu mal ein, um dann erschrocken wieder zu mir zu kommen und festzustellen, dass außer ein bisschen Zwicken nichts weiter passiert in meinem Bauch.

Heute morgen war ich ziemlich gerädert. Aber auch dieser Tag ging rum. Es zwickt immer noch und ich habe mir selbst versprochen, dass ich zum Doktor gehe, wenn es nicht aufhört. Oder dass ich ihn wenigstens mal anrufe. Oder dass ich zumindest an ihn denke. Ach, was red ich denn – das geht auch ohne Doktor wieder vorbei.

Ich muss doch nur meinem Bauch sagen, ich geh in die Notaufnahme. Dann hält der sofort Ruhe 😉

2 Gedanken zu „Manche Nächte

  1. Liebe Heike,

    stell Dir nur vor, wie lange Du in der Notaufnahme hättest – ohne Tee, Liegestuhl und Wärme – warten müssen und was Du Dir da alles hättest einfangen können. Bei dem Gedanken gesundest Du vollends 🙂

    Morgen fahre ich zu einem Wochenendseminar (Islam – eine multidimensionale Herausforderung für Europa) nach Banz – ich freue mich schon. Es geht abends los, doch ich fahre schon morgens damit ich vorher noch in Staffelstein ins Thermalbad gehen kann.

    Denk dran, dass Du in Erfurt eine Dauereinladung und ein Gästezimmer hast…

    Liebe Grüße und weiter gute Besserung
    Heike

    • Liebe Auch-Heike,
      Banz – wie schön! Und das bei diesem Traumfrühlingswetter! Ich sehe dich quasi schon auf dem Planetenweg entlang joggen … (findet sich doch sicher etwas Zeit dafür). Ich habe am Sonnabend auch ein Seminar, allerdings „inhouse“ mit meinem Team.
      Finde auch, dass es endlich an der Zeit ist, mal wieder was zusammen zu unternehmen. Kannst ja am Sonntag auf der Heimfahrt einen Stop einlegen, dann backe ich was Leckeres. Na? Wie wärs?
      Würde mich freuen – und wie!
      Liebe Grüße zurück
      Heike

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