Von der Zeit der grünen Brote und erotischen Nutzflächen

Im Frühling schmecken mir die frischen Kräuter aus dem Garten am besten. Kurz vor dem Abendessen pflücke ich im Grasgarten Giersch, wilden Schnittlauch, Pimpinelle, ein-zwei Blättchen Sauerampfer, Vogelmiere, junge Löwenzahn- und Brennesselblättchen. Im Gemüsegarten hole ich mir etwas Minze, Zitronenmelisse, Kresse und Petersilie, von der Fensterbank Basilikum (mehr steht da im Moment nicht, hab ja eh bald wieder alles, was ich brauche, im Garten). Die kleingehackten Kräuter schmecken ja soooo lecker auf Frischkäse oder Butterbrot, ich genieße jeden einzelnen Biss.Natürlich schmecke ich bei dem ganzen Allerlei kaum noch raus, was ich überhaupt auf meine Scheibe Brot gestreut habe, aber egal – hauptsache gesund!

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Manchmal, wenn ich spät heim komme von der Arbeit, dann hole ich mir auch nur eine Hand voll Schnittlauch. Der würzige Duft lässt mir das Wasser im Munde zusammen laufen. Überhaupt finde ich den wilden Schnittlauch viel intensiver im Geschmack als den aus dem Garten.

Ich nahm in den letzten Jahren an ein paar Kräuterwanderungen und Vorträgen teil. Das fand ich sehr spannend. Nun weiß ich auch, dass Wildkräuter nicht nur gut schmecken sondern auch besonders viel Vitamine und Mineralstoffe haben, viele sogar doppelt bis viermal soviel wie Kulturpflanzen. Löwenzahn beispielsweise hat 10x soviel Vitamin C wie Kopfsalat. Faszinierend, oder? Das heißt nicht, dass ich jetzt auf Kopfsalat verzichte, das wäre Quatsch. Aber ich kaufe etwas bewusster ein und peppe viele Gerichte mit ein paar Kräutlein aus Wiese und Garten auf.

Bei den Kräutervorträgen habe ich auch schon das eine oder andere interessante Buch erworben, natürlich gleich mit leckeren Rezepten darin: Hirtentäschelsalat mit Schafskäse, Palatschinkenröllchen mit Gierschfüllung, Pikante Käsebällchen in Gänsfußmantel und wer kennt nicht die Frankfurter Grüne Soße …

Ach, Essen ist ja doch meine allerliebste Lieblingsbeschäftigung. Und da ich mich gewöhnlich nicht zügeln kann, wenn es gut schmeckt, werde ich – Kräuter hin, Kräuter her – zwar etwas gesünder essen, aber auch nicht wesentlich weniger als vorher. Neulich hat mir jemand geschrieben: „Hurra, mein Winterspeck ist weg, dafür habe ich jetzt Frühlingsröllchen.“ Ich finde, das klingt doch viel angenehmer. Und jedes Röllchen ist außerdem zusätzliche „erotische Nutzfläche“, habe ich heute in einer Whats App-Nachricht gelesen.

Prima, demnach bin ich also eine erotische Erscheinung, zumindest so um meine Mitte und den Hintern herum 😉

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Von der Zeit der grünen Brote und erotischen Nutzflächen

  1. Liebe Heike,

    auf Deinen Garten bin ich wirklich neidisch. Wildkräuter-Bücher beisitze ich auch – nur beim Sammeln hapert es dann. Aber immerhin viermal habe ich auf meinen Waldspaziergängen schon Bärlauch gesammelt und jedes Mal für etwas anderes verwendet. So ein Vortrag oder eine Kräuterwanderung steht jetzt auch auf meiner to-do-Liste – damit es nicht nur bei Bärlauch (und 1x im Jahr einem Sauerampfersüppchen) bleibt.

    Die Waldspaziergänge verdanke ich überwiegend einer Freundin, die versucht durch ganz viel Bewegung abzunehmen: jeden Mittwoch eilen wir nun zwei Stunden im Geschwindschritt durch den Steiger – schnelles Gehen ist anstrengender als ich dachte. Ich jogge dafür einmal seltener und glaube trotzdem schon ganz gut in Form für den Jakobsweg über Ostern (Trier – Nancy) zu sein.

    Schön, dass Dich die WhatsApp-Nachrichten erfreuen 😉

    Schreib weiter!!!

    Liebe Grüße
    Heike

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