Ich guck mal eben Himmel an

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Gestern Abend – die Hitze des Tages wollte einfach nicht weichen und ich sehnte mich nach einem winzigen Hauch frischer Luft auf meiner Haut, der vielleicht ein bisschen Kühlung versprechen würde – zog es mich in den Garten, wo ich oft den Tag mit Blick auf die zwei Berge ausklingen lasse. Manchmal, so wie gestern, habe ich die Kamera dabei. Nach meinem Fotokurs bin ich immer noch am Üben, Ausprobieren und Entdecken der Funktionen, die sich an ihr befinden. Ich guck mal eben Himmel an, sagte ich zu meinem Mann.

Die Wolken und die Sonne wechselten sich ab in ihrer Vorherrschaft und irgendwo in der Ferne grollte schon ein Gewitter. Ich beobachtete einfach nur, naschte zwischendurch Kirschen vom Baum, habe bestimmt hundert Fotos aufgenommen, mir wieder mal die Augen verblitzt vor lauter Sonne gucken und dadurch bunte Sternchen auf dem dunkler werdenden Rasen gesehen – hat aber auch was … Menno, dabei hab ich doch jetzt so ne schöne Sonnenbrille sogar mit eingeschliffener „Nahsicht“ – grins – damit ich die Zeichen auf dem Rädchen der Kamera auch erkennen kann. Nach dem Sonnenuntergang kam das Unwetter und es goss in Strömen. Das Wasser füllte in nullkommanix die Regentonnen und schoss in hohem Bogen darüber hinweg. Wären die Blitze nicht gewesen, dann hätte ich mich mitten in den Garten gestellt und die kalte Dusche genossen. Leider bin ich ein Feigling, denn ich glaube, auch wenn das Risiko eher gering ist, Blitze können verdammt weh tun und vielleicht sogar klein und schrumpelig machen – keine Ahnung – egal. Damit wollte ich mir auf alle Fälle noch ein bisschen Zeit lassen 😉 So guckte ich nur zu, bis sich das Wetter wieder beruhigt hatte und die Hitze zurück kam. Das hätte sie sich sparen können, denn als ich die Pfütze unter dem Schlafzimmerfenster, genau am Fußende des Bettes weg wischte, war mir genau so heiß wie vorher. Vor der nächsten Unwetterfotosession sollte ich unbedingt zuerst die Fenster im Haus schließen. Macht absolut Sinn!

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Von der Zeit der grünen Brote und erotischen Nutzflächen

Im Frühling schmecken mir die frischen Kräuter aus dem Garten am besten. Kurz vor dem Abendessen pflücke ich im Grasgarten Giersch, wilden Schnittlauch, Pimpinelle, ein-zwei Blättchen Sauerampfer, Vogelmiere, junge Löwenzahn- und Brennesselblättchen. Im Gemüsegarten hole ich mir etwas Minze, Zitronenmelisse, Kresse und Petersilie, von der Fensterbank Basilikum (mehr steht da im Moment nicht, hab ja eh bald wieder alles, was ich brauche, im Garten). Die kleingehackten Kräuter schmecken ja soooo lecker auf Frischkäse oder Butterbrot, ich genieße jeden einzelnen Biss.Natürlich schmecke ich bei dem ganzen Allerlei kaum noch raus, was ich überhaupt auf meine Scheibe Brot gestreut habe, aber egal – hauptsache gesund!

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Manchmal, wenn ich spät heim komme von der Arbeit, dann hole ich mir auch nur eine Hand voll Schnittlauch. Der würzige Duft lässt mir das Wasser im Munde zusammen laufen. Überhaupt finde ich den wilden Schnittlauch viel intensiver im Geschmack als den aus dem Garten.

Ich nahm in den letzten Jahren an ein paar Kräuterwanderungen und Vorträgen teil. Das fand ich sehr spannend. Nun weiß ich auch, dass Wildkräuter nicht nur gut schmecken sondern auch besonders viel Vitamine und Mineralstoffe haben, viele sogar doppelt bis viermal soviel wie Kulturpflanzen. Löwenzahn beispielsweise hat 10x soviel Vitamin C wie Kopfsalat. Faszinierend, oder? Das heißt nicht, dass ich jetzt auf Kopfsalat verzichte, das wäre Quatsch. Aber ich kaufe etwas bewusster ein und peppe viele Gerichte mit ein paar Kräutlein aus Wiese und Garten auf.

Bei den Kräutervorträgen habe ich auch schon das eine oder andere interessante Buch erworben, natürlich gleich mit leckeren Rezepten darin: Hirtentäschelsalat mit Schafskäse, Palatschinkenröllchen mit Gierschfüllung, Pikante Käsebällchen in Gänsfußmantel und wer kennt nicht die Frankfurter Grüne Soße …

Ach, Essen ist ja doch meine allerliebste Lieblingsbeschäftigung. Und da ich mich gewöhnlich nicht zügeln kann, wenn es gut schmeckt, werde ich – Kräuter hin, Kräuter her – zwar etwas gesünder essen, aber auch nicht wesentlich weniger als vorher. Neulich hat mir jemand geschrieben: „Hurra, mein Winterspeck ist weg, dafür habe ich jetzt Frühlingsröllchen.“ Ich finde, das klingt doch viel angenehmer. Und jedes Röllchen ist außerdem zusätzliche „erotische Nutzfläche“, habe ich heute in einer Whats App-Nachricht gelesen.

Prima, demnach bin ich also eine erotische Erscheinung, zumindest so um meine Mitte und den Hintern herum 😉